Die astronomische Uhr der Kathedrale Nôtre-Dame in Strassburg

Die diesjährige Velotour brachte uns von Zürich nach Strassburg. Als Belohnung für die 320 Kilometer auf dem Sattel, empfing uns die charmante elsässische Europastadt mit wundervoll warmem Wetter. Für Astronomie-Begeisterte bietet sie zwei Juwelen: Einerseits das 1891 erbaute Planetarium mit Sternwarte, andererseits die astronomische Uhr in der Kathedrale.  Ein Guide untermalte seine Ausführungen humoristisch und erläuterte seiner Reisegruppe zur allgemeinen Belustigung, dass es sich hierbei um eine astronomische und nicht etwa um eine „gastronomische“ Uhr handle.  Die imposante Uhr  wurde 1574 von Konrad Dasypodius gebaut und von 1838 bis 1842 von Jean-Baptiste Schwilgué neu in Stand gesetzt. Sie zieht auch das nicht-astronomisch interessierte Publikum an, insbesondere für seine Apostelprozession (nicht Präzession…), die täglich um 12.30 Uhr stattfindet.

Astronomische Uhr von der Kathedrale Nôtre-Dame in Strassburg

Astronomische Uhr von der Kathedrale Nôtre-Dame in Strassburg

Das Uhrgehäuse (Bild 1)  ist 12 Meter hoch und beinhaltet viele interessante Dekorationen, Malereien und Skulpturen. Die Uhr gibt die mitteleuropäische Zeit an und ist deshalb um eine halbe Stunde „verspätet“ (ein Unikum weltweit, sagt man). Zu ihr gehören auch drei Kalender: ein Jahreskalender, ein Kirchenkalender und einer, auf dem die Wochentage durch Schutzgötter darstellt sind.

Samstag

Samstag

Das Bild 2 zeigt – für den Samstag- Saturn, der seine Kinder verschlingen will und ist Sinnbild für die Zeit, die wieder zerstört, was sie hervorgebracht hat.

Die Himmelssphäre dreht sich einmal pro Sternentag

Die Himmelssphäre dreht sich einmal pro Sternentag

Als astronomische Anzeige dient eine Himmelssphäre, mit den Bewegungen der Sterne, die  sich innerhalb eines Sternentages dreht (Bild 3). Dass die Präzessions-Bewegung nicht vernachlässigt wird, dafür sorgt ein Räderwerk,  das eine komplette Umdrehung der Erdachse in 25‘806 Jahre (!) nachempfindet.

Planisphäre mit Planetenstellung

Planisphäre mit Planetenstellung

Eine Planisphäre (Bild 4)  offenbart die Position der mit blossen Augen sichtbaren Planeten und eine Mondkugel (halb schwarz-halb vergoldet) zeigt die Mondphasen.

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