Erlebnisbericht vom ersten Teleskop und Astrofotografie Workshop

Beim ersten Teleskop- und Astrofotografieworkshop der AGUZ trafen sich 17 Astronomiebegeisterte zum Erfahrungsaustausch. Viele Teilnehmer spielten mit dem Gedanken ein eigenes Teleskop oder eine Fotoausrüstung zu kaufen. Intensive Gespräche halfen bei der schwierigen Entscheidung für oder gegen "GoTo" oder was für einen Typ von Teleskop den eigenen Wünschen am Besten entspricht.  In einem "Trockenkurs" wurde die richtige Aufstellung der Teleskope bei Tageslicht und unter fachkundiger Anleitung geübt.

Zufriedene Gesichter beim Nachtessen nach dem ersten Teil vom Workshop

Nach dem geselligen Nachtessen ging es zurück in die Pfadi, um die Teleskope am Beobachtungsplatz aufzustellen. Piero machte dabei erste Aufnahmen des Nachthimmels, in der Hoffnung den einen oder andere Perseiden aufzuzeichnen. Anscheinend lag aber auch die Pfadi an diesem Abend in der bevorzugten An- oder Abflugroute des Flughafens Zürich.

Ein kleiner Film von Piero zeigt zudem wie sich der Himmel verdunkelt und Sterne, Sternschnuppen und Flugzeuge um die Aufmerksamkeit heischen.

Perseiden Wochenende

Das Maximum, des vermutlich schönste Sternschnuppen Stroms, fällt dieses Jahr auf den Neumond (die Nacht von Samstag auf Sonntag). Zudem ist der Radiant fast im Zenit, d.h. die Bedingungen sind optimal für einen unvergessliche Nacht voller Sternschnuppen. Und sogar das Wetter spielt mit, denn es ist ein klarer Himmel bei angenehmen Temperaturen zu erwarten.

Hier ein paar Tipps für die Beobachtung:

  • Eine bequeme Liege mit einer warmen Decke.
  • Ein Standort fernab von Lichtquellen oder zumindest in eine vor direktem Lichteinfall geschützte Ecke im Garten.
  • Für gelegentliche Spaziergänge am Nachthimmel eignet sich ein  leichtes Fernglas mit geringer Vergrösserung (7-10 fach).
  • Ein Gesprächspartner damit die Zeit nicht lange wird.
  • Eine laaange Liste mit Wünschen, die natürlich geheim bleiben müssen.

Die Perseiden entstehen, wenn die Erde die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt. Der Komet hat im Laufe der Zeit viele Staubpartikel verloren, die sich wegen den Gesetzen der Himmelsmechanik entlang seiner Bahn verteilt haben. Auch wenn sich der Komet zurzeit an einer ganz anderen Stelle der Bahn  befindet, trifft die Erde also auf den Staub der dann in der Erdatmosphäre verglüht.

Pro Minute werden etwa zwei Sternschnuppen erwartet. Da niemand den ganzen Himmel auf einmal sieht, kann ein Beobachter jedoch im Mittel nur etwa eine Sternschnuppe pro Minute erhaschen. Etwas Zeit sollte man also doch mitbringen. Auch sind die Augen erst nach 30 Minuten an die Dunkelheit angepasst. Ob der heutige Mensch noch in der Lage ist, so lange nicht auf einen grellen Smartphone Screen zu starren?

Mondfinsternis mit Publikum vom Mars

Um die totale Mondfinsternis und den Mars in Erdnähe beobachten zu können, haben wir uns letzten Freitag entlang der "Oberen Waidstrasse" am Hönggerberg einen guten Platz gesucht. Der Mond war in der Dämmerung schon verfinstert und tauchte erst langsam aus dem Dunst auf. Der Mars liess sich etwas länger Zeit bis er über den Pfannenstiel stieg und als heller roter "Stern" unterhalb vom Mond erschien.

Interessiertes Publikum. Die Mondfinsternis und Mars sind im Hintergrund zu sehen.

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Astrochemie mit ALMA: Die Suche nach der Bausteinen des Lebens im All

ALMA Teleskop (Credit: ESO)

Mai 25
Im nächsten AGUZ-Vortrag geht es um die Suche nach Molekülen in interstellaren Wolken und Sternentstehungsgebieten. Diese lassen sich mit dem ALMA Teleskop Verbund im Sub-Millimeter Bereich nachweisen.  Durch die Suche nach komplexen Molekülen wie z.B. einfachen Zucker, können die Entstehungsbedingungen für Leben besser verstanden werden.

Dr. Susanne Wampfler von der Universität Bern spricht am Feitag, 25.5.2018 um 19:30. Details: www.aguz.ch


Balkengalaxie NGC 2903

Auch im April gab es wieder ein paar klare Nächte und ich habe spontan die Balkengalaxie NGC 2903 aufgenommen. Die Aufnahme ist nicht sehr tief, obwohl sie insgesamt 2 Stunden 20 Minuten Belichtungszeit gedauert hat. Deutlich zu sehen ist der Balken und  jeweils zwei von den Balkenenden ausgehende Spiralarme, die unterschiedlich weit von der Galaxie weglaufen. Dieses Muster ist typisch für Balkengalaxien, wobei 4-armige Muster eher selten sind. Im Bild zu sehen sind auch viele sehr kleien Nebelflecken - vermutlich kleine Zwerg Galaxien die um die grössere Galaxie kreisen.

Balkengalaxie NGC 2903 im Löwe,  LRGB Komposit 3h20m; mit Celestron C8 und Astrel AST8300B aufgenommen.

Entdeckt wurde die Galaxie im Jahr 1784 von Wilhelm Herschel. Sie ist ca. 25 Mio. Lichtjahre von uns entfernt und ein schönes Beispiel für eine isolierte Balkengalaxie mit ausgeprägtem Spiralmuster. Sie ähnelt sehr unserer Milchstrasse, meinen die Autoren des Papers astro-ph/0810.1090.

Gravitationswellenastronomie - Ein neues Fenster in das Universum

Apr 13
Am Freitag ist die AGUZ Generalversammlung mit Vorstandsneuwahlen und alle Mitglieder sind ganz herzlich eingeladen.

In dem anschliessenden Vortrag von Dr. Maria Haney vom Physik-Institut der Uni Zürich geht es um die neue Gravitationswellenastronomie. Mit der Entdeckung von verschmelzenden Schwarzen Löchern und Neutronensternen durch Gravitationswellen hat sich ein neues Fenster ins Universum geöffnet.

Details: www.aguz.ch


SAG DV mit Vorträgen

Apr 7
Die diesjährige SAG Delegiertenversammlung findet mit Unterstützung der AGZU in Bülach statt. Nach dem offiziellen (DV) Teil der Veranstaltung, steht ein Vortrag über den CHEOPS Satelliten an, der im Herbst ins All starten soll, um Exoplaneten zu vermessen. Danach hat man die Qual der Wahl zwischen einer Wanderung auf dem Planetenweg und einer Besichtigung der Sternwarte. Die Veranstaltung steht allen SAG Mitgliedern (und AGUZ Mitgliedern) offen, für die Anmeldung und Anreise siehe die SAG-SAS Seite oder Orion Nr. 404.